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Janiva Magness

Janiva Magness


Janiva Magness (*1957, Detroit) gehört zu den prägnantesten Stimmen des zeitgenössischen Blues, nicht zuletzt auch wegen der schweren Schicksalsschläge, die sie in ihrem Leben zu bewältigen hatte, und die sie bis heute voller Emotionen in ihrer Musik verarbeitet. Sie verlor innert kurzer Zeit beide Elternteile durch Selbstmord, wurde durch ein Dutzend Pflegefamilien geschleust. Im Alter von 17 Jahren wurde sie schwanger, musste dann aber das Kind zur Adoption freigeben. Sie sei damals unfähig gewesen, zu lieben und habe oft auf der Strasse gelebt, erzählte sie später. Diese Erfahrungen sind in ihrem künstlerischen Selbstverständnis nicht dekoratives Hintergrundrauschen, sondern Ausgangspunkt eines Lebenswegs, der Musik als Form der Bewältigung und Selbstvergewisserung begreift.

Stabilität und kreative Erlösung fand sie durch ein Konzert von Otis Rush. «Otis spielte, als ob sein Leben davon abhinge. Es gab eine völlig verzweifelte, absolute Intensität. Ich wusste, das war es, was ich brauchte.» Magness’ Zugang zum Blues entsteht über das Bedürfnis, Erlebtes artikulieren zu können. In Interviews beschreibt sie diesen Prozess nüchtern: «Ich habe die Musik nicht gefunden. Die Musik hat einen Weg gefunden, mich am Leben zu halten.» Oder: «Wenn es keine wahre Geschichte ist, ist sie sinnlos», sagt sie, die ein halbes Leben lang «Dämonen» aus ihrer Jugend bekämpft hat. Ein weiterer prägender Gedanke lautet: «Blues zu singen ist meine Art geworden, zu verstehen, was ich nicht ändern konnte.»

Ihre musikalische Laufbahn beginnt zunächst in kleineren Szenen der US-Westküste, wo sie sich als Background- und Club-Sängerin etabliert. In den 1990er-Jahren folgt der Schritt zur Solokünstlerin, der sie langsam in die erste Reihe der modernen Bluesszene führt. Mittlerweile baut sie brillante Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und verbindet das Echo von Memphis Rhythm & Blues, klassischer Soul- und Americana-Musik mit zeitlosen Themen der Liebe und sehr zeitgenössischen Texten des Protests. Etliche Blues Music Awards und viele tolle Alben sprechen für sich.

Charakteristisch für Magness ist die Verbindung von stimmlicher Direktheit und emotionaler Kontrolle. In der Spannung zwischen Zurückhaltung und eruptiver Intensität entsteht jene Wirkung, die ihre Musik auszeichnet: kein therapeutisches Bekenntnis, sondern eine künstlerisch geformte Reflexion von Erfahrung.

Wir freuen uns extrem auf das Wiedersehen mit Janiva Magness. Am Lucerne Blues Festival trat sie erstmals 2007 auf und kehrte 2018 zurück. Und sie begeisterte das Publikum bei jedem ihrer Auftritte. Gänsehaut ist garantiert.

Location

  • Detroit

Awards

  • Blues Music Awards

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